Investitionen & Infrastruktur

Mit Investitionen unsere Stadt weiterentwickeln

Die Anforderungen an die Stadtentwicklung haben sich gewandelt. Städte müssen heute nicht mehr von Grund auf neu geplant werden. Stadtentwicklung muss heute gesellschaftliche Veränderungsprozesse frühzeitig erkennen und diese durch Stadtumbau- oder Stadterneuerungsprozesse begleiten, um negative Entwicklungen zu vermeiden. Hier gilt es, möglichst kommunikativ, effektiv und schnell zu agieren, um möglichen Fehlentwicklungen entgegen zu steuern. Nur ein ganzheitlicher Planungsansatz ist der Schlüssel für eine gute und gerechtere Stadtentwicklung.

Zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Dienstleistungsangebotes der Stadtverwaltung und für die Planung und Begleitung umfangreicher Infrastrukturmaßnahmen bedarf es aber auch ausreichend qualifizierter Verwaltungsmitarbeiter*innen. Seit Jahren mahnen wir immer wieder an, dass der Personalmangel innerhalb der Verwaltung bereits jetzt in allen Bereichen deutlich zu spüren ist. Mit Blick auf die Altersstruktur der Belegschaft hat unsere Ratsfraktion die Vorlage einer fundierten, auf die unterschiedlichen Professionen bezogene Fluktuationsanalyse eingefordert. Das Ziel muss eine massive Ausweitung der Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen innerhalb der Verwaltung sein. Mit einem fundierten Personalentwicklungskonzept muss dargestellt werden, wie nicht nur durch Nachwuchsgewinnung auf die hohe Zahl der ausscheidenden Mitarbeiter*innen reagiert werden kann. Mit einem Wissenstransfer wollen wir sicherstellen, dass das Fachwissen und die Führungskompetenzen der ausscheidenden Mitarbeiter*innen erhalten bleiben.

Wir brauchen eine am Nutzen der Bürger*innen klar orientierte und transparente Entscheidungsstruktur. Aufgrund der veränderten und gestiegenen Anforderungen in der Stadtplanung ist eine Neuausrichtung des derzeitigen Planungsdezernates und aller Abläufe in der Verwaltung des Konzerns Stadt notwendig. Eine erforderliche Zusammenarbeit muss nicht nur inhaltlich, sondern auch organisatorisch erfolgen. Bei dieser stärker projektbezogenen und ressortübergreifenden Arbeit sollte die Planungsverwaltung dabei eine stärkere Steuerungskompetenz auch gegenüber anderen Fachbereichen und Fachämtern zukommen, um schneller und effektiver zu belastbaren Ergebnissen zu kommen.

Ein weiteres Ziel ist eine flächendeckende Stärkung der klassischen Hagener Wohnquartiere. Denn während in Wehringhausen die Förderprogramme „Soziale Stadt“ und „Starke Quartiere – starke Menschen“ umgesetzt und auch zeitlich verlängert wurden, bleiben Teile der Innenstadt, Altenhagen, Hohenlimburg und Haspe bislang auf der Strecke. Wir halten das für untragbar. Die Ergebnisse einer vor einiger Zeit erhobenen Sozialraumanalyse allein für Altenhagen unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf, der sich auch in anderen Stadtteilen zeigt. Darum miteinander mehr möglich machen – auch in Altenhagen.

Auch bezüglich der Beschaffung möglicher Fördermittel für die Maßnahmen der Stadt ist ein Bündeln der Aufgaben mit entsprechenden organisatorischen Kompetenzen dringend geboten. Wir werden daher eine neue „Stabsstelle zur Fördermittelakquise“ bilden, die zentral für alle Ämter der Stadt Hagen das Fördermittelmanagement vorantreiben soll. Das beinhaltet die Beobachtung der aktuellen Förderlandschaft genauso wie die Beantragung und Abwicklung der einzelnen bezuschussten Projekte. Denn egal ob bei der Europäischen Union, beim Bund, beim Land Nordrhein-Westfalen oder aber bei den verschiedenen Zweckverbänden – unsere Stadt lässt leider viele Fördermöglichkeiten ungenutzt.

Zu prüfen ist auch eine regionale Kooperation z.B. mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis und / oder dem Kreis Unna im Rahmen einer organisatorisch dauerhaften Einrichtung ähnlich wie dem Gemeinsamen Versorgungsamt mit den Städten Bochum und Dortmund. Südwestfalen greift seit Jahren mit der Südwestfalenagentur erfolgreich Fördermittel, wie z.B. die Regionale ab; Hagen geht dagegen leer aus. Gemeinsam mit anderen Kooperationspartnern würden wir so mehr von Fördermitteln aus Bund, Land und Europa profitieren.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind auch in Hagen für Investitionen mehr als günstig. Potentielle Investor*innen müssen aber verstärkt akquiriert und an unsere Stadt gebunden werden. Zusätzlich stellen Bund und Land im Rahmen von Konjunkturpaketen mehrere Millionen Euro für die Verbesserung der Infrastruktur zur Verfügung. Diese Investitionen müssen durch die Verwaltung aktiv begleitet und unterstützt werden. Jeder Euro, der in Hagen investiert wird, ist ein guter Euro und verbessert die Lebensbedingungen der Bürger*innen.

Die Natur in unserer Stadt ist den Menschen als Erholungsquelle wichtig und muss erhalten bleiben. Denn öffentliche Grünräume können Umweltbelastungen wie Lärm oder Staub reduzieren und Orte der Begegnung für Jung und Alt sein. Sie schaffen mehr Lebensqualität für alle. Vor diesem Hintergrund und dem Hintergrund des Klimawandels streben wir als Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung mehr wohnortnahes Grün, Grüngürtel, Stadtbäume, Parkanlagen sowie Dach- und Fassadenbegrünung an.

Deutschlandweit wurden in vielen Kommunen bereits sog. Trinkwasserspender aufgestellt, die einerseits das Stadtbild bereichern, andererseits die Bedeutung des wichtigen Guts „Trinkwasser“ in das Bewusstsein der Bürger*innen zurückbringen und damit einen wichtigen Teil der Gesundheitsvorsorge leisten. Um zu vermeiden, dass vor allem ältere Menschen zu wenig trinken, wollen wir diese Spender zukünftig auch in Hagen schaffen, vor allem an zentralen Plätzen, in den Fußgängerzonen sowie auf Spielplätzen und Sportstätten.

Gründung von einer Genossenschaft mit städtischer Beteiligung

Der Bau von Windrädern in den Wäldern rund um unsere Stadt ist umstritten; inwieweit diese Art der Energiegewinnung die Landschaft verschandelt und die Anwohner*innen belästigt, wird stets kontrovers diskutiert. Regenerative Energie kann aber auch mit Hilfe der Sonne erzeugt werden. Den Ausbau von Photovoltaikanlagen zur Eigenstromerzeugung auf Dächern und auf Wandflächen städtischer Gebäude sowie auf Freiflächen im Eigentum der Stadt oder städtischer Beteiligungen werden wir daher vorantreiben. Die Gründung einer Genossenschaft mit städtischer Beteiligung zum Ausbau von Photovoltaikanlagen werden wir initiieren und fördern. So können sich Bürger*innen aktiv beim Ausbau regenerativer Energien auch ohne Immobilienbesitz beteiligen. Zudem werden wir Gewerbebetriebe zur profitablen Nutzung von Photovoltaik auf eigenen Dächern zum Eigenverbrauch anregen und aktiv beraten. Darüber hinaus ist ein Projekt mit den Sportvereinen denkbar, um Dächer und Tribünen von Sporthallen für Photovoltaikanlagen zu nutzen. Das ist technologischer Fortschritt, nachhaltiges Handeln und Sicherung von Arbeitsplätzen hier bei uns.

Unsere sozialdemokratische Stadtentwicklungspolitik wird die Bürger*innen aktiv in die Gestaltung ihres unmittelbaren Lebensumfeldes mit einbinden. Eine vorsorgende, stadtteilorientierte, soziale Stadtentwicklungspolitik stärkt den sozialen Zusammenhalt, wirkt der sozialen Ausgrenzung entgegen und schafft Sicherheit. Dies gelingt, wenn die städtebauliche Qualität stimmt, gutes Wohnen sicher und bezahlbar ist und eine sozialstrukturelle Vielfalt vorhanden ist. Erst dann kann in einigen Quartieren die begonnene Abwärtsspirale gebremst werden.

Der Straßenbaubeitrag ist eine Kommunalabgabe, die für bestimmte Maßnahmen des Straßenbaus sowie der Straßenentwässerung erhoben wird, und hat seine rechtliche Grundlage allein in den Kommunalabgabengesetzen der Bundesländer. Vermieter*innen legen die Kosten in der Regel auf die Mieten der Mieter*innen – im Rahmen der Nebenkosten – um; Unternehmen und Betriebe müssen meist Rücklagen bilden, die an anderer Stelle fehlen.

Das Verwalten und Sanieren der öffentlichen Infrastruktur ist eine staatliche Aufgabe. Bereits durch die Abgabe von Steuergeldern leistet jeder – egal ob Betrieb oder Privathaushalt – seinen Anteil an der Finanzierung des Staatshaushaltes. Durch die finanzielle Beteiligung im Rahmen der festgelegten Straßenbaubeiträge zahlen Grundeigentümer*innen und Anlieger*innen also doppelt. Diese finanzielle Mehrbelastung, oftmals ohne Möglichkeit des Widerspruchs, kann im schlimmsten Fall Bürger*innen in den Ruin treiben. Deshalb muss das Land Nordrhein-Westfalen diese Abgabe endlich streichen. Dafür werden wir uns weiterhin stark machen.

Öffentliche Daseinsfürsorge und -vorsorge

Die Corona-Pandemie hat uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig die Erbringung systemrelevanter Aufgabenstellungen durch kommunale oder staatliche Behörden und Einrichtungen sind. Insbesondere der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) hat durch hervorragende Leistungen einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie in Deutschland erbracht.  Wir Sozialdemokrat*innen bekennen uns uneingeschränkt zur öffentlichen Daseinsfürsorge und -vorsorge und lehnen Privatisierungen in den systemrelevanten Bereichen Energieversorgung (Strom & Gas), der Trinkwasserbereitstellung, der Abwasserbehandlung, der Abfallbeseitigung, des Rettungsdienstes und des Gesundheitswesens strikt ab.

 

Wohnen in Hagen – attraktiv und bezahlbar

Unsere Stadt ist nicht nur angewiesen auf Investitionen in die Wirtschaft und in die Infrastruktur, sondern auch in die Wohnungsbestände. Wohnen ist für uns Menschenrecht.

Mit rund 7 Prozent liegt die Quote der Wohnungsleerstände in der Stadt Hagen deutlich über dem Durchschnitt im Land Nordrhein-Westfalen (3,7 Prozent). Daher muss das Thema „Wohnen“ verstärkt in den Fokus gerückt werden. Vor allem die Kommune bzw. das kommunale Wohnungsunternehmen sowie die privatwirtschaftlichen Unternehmen sind davon überproportional betroffen.

Wie das Institut für Raumforschung & Immobilienwirtschaft (IRI) aus Dortmund bereits in den Jahren 2016/2017 in ihrer Wohnungsmarktstudie für die Stadt Hagen empfahl, ist eine Qualifizierung vorhandener Wohnraumbestände bei einem gleichzeitigen Rückbau nicht mehr zu vermietender Wohnräume auch aus unserer Sicht geboten. Allein diese Maßnahme könne laut IRI zu einer Stabilisierung des Hagener Wohnungsmarktes führen, wenn jährlich mindestens 350 ältere Wohnungen durch 150 neue Wohnungen ersetzt würden.

Die SPD unterstützt sinnvolle energetische und qualitätsverbessernde Sanierungen im Wohnungsbestand. Überzogene Luxussanierungen die zu erheblichen Mieterhöhungen führen, lehnen wir ab. Eine Sanierungs-Verdrängung wirtschaftlich schwächerer Mieter*innen muss verhindert werden.

Hagens große Wohnungsbaugesellschaften verfolgen seit Jahren den konsequenten Umbau ihrer Bestände, indem sie ihre „guten“ Altbaubestände modernisieren und „schlechten“ Wohnraum vom Markt nehmen bzw. durch neue, nachhaltig vermietbare Neubauwohnungen ersetzen. Ähnlich wie an der Rheinstraße in Altenhagen sollten daher auch andere Unternehmen ältere und unattraktive Wohnsiedlungen durch moderne, energieeffiziente und barrierefreie Mehrfamilienhäuser ersetzen. Wir werden uns daher mit den Hagener Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften an einen Tisch setzen, um ein Wohnungsbauprogramm zu erarbeiten, das Anreize für vermehrte Investitionen in die Altbauten sowie für Neubauten schafft. Ein wichtiges Steuerungsinstrument sollte dabei die Hagener Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (ha.ge.we) sein. Die SPD Hagen hat vor Jahren den Verkauf der “städtischen“ Wohnungen verhindert. Es braucht einen starken öffentlichen Anteil am Wohnungsmarkt, um Spekulation und Mietpreiswucher zu verhindern und Einfluss auf eine soziale Gestaltung einer Stadt zu behalten.

Es sind auch ca. 75 Prozent des Wohnungsbestandes in Hagen im Eigentum von Privatpersonen, die allerdings teilweise nicht in Hagen bzw. noch nicht einmal in Nordrhein-Westfalen leben. Manche Vermieter*innen sind – auch unter den aktuellen Rahmenbedingungen des Wohnungsmarktes in Hagen – leider mit der Instandhaltung und der Vermietung ihrer Wohnungen überfordert. An vielen Stellen ist ein Verfall der Häuser bereits absehbar und die Gefahr, dass diese Häuser unseriösen Geschäftsleuten in die Hände fallen, ist groß.

Das durch die ehemalige SPD-Landesregierung eingeführte Wohnungsaufsichtsgesetz schafft den rechtlichen Rahmen für Kontrollen und Stilllegung von verwahrlosten und unbewohnbaren Immobilien. Zunehmend werden in diesem Zusammenhang Mietwohnhäuser aufgrund von Müllproblematiken und Brandschutzmängeln für unbewohnbar erklärt. Diese Maßnahmen begrüßen wir ausdrücklich. Nur konsequentes Handeln unter Ausnutzung aller rechtlichen Möglichkeiten sendet das Signal, dass unsere Stadtgesellschaft willens ist, sich gegen verantwortungslose Haus- und Wohnungsvermieter*innen zur Wehr zu setzen.

Mit Blick auf sogenannte Schrottimmobilien muss Hagen auch weiterhin alles unternehmen, um möglichst viele davon anzukaufen und anschließend abzureißen oder aber zu sanieren. Dies ist ein weiteres adäquates Instrument, das der Stadt noch unter der ehemaligen SPD-Landesregierung an die Hand gegeben worden ist.

Allerdings stößt die Umsetzung dieses Programms innerhalb der Stadtverwaltung an die Grenzen ihrer personellen Ressourcen. Wir werden daher dafür sorgen, dass künftig hierfür mehr Personal zur Verfügung stehen wird – sowohl für die Kontrollen als auch für Realisierung derartiger Sanierungs- und Abrissprojekte.

Eine Weiterveräußerung der sanierungsfähigen Immobilien soll vorrangig an Hagener Wohnungsgesellschaften erfolgen. Nach notwendigem Abriss von erworbenen Schrottimmobilien werden wir bei Neubau auf die Schaffung von Sozialwohnungen drängen. Wir werden auch prüfen, ob die durch Abriss freigeräumten Grundstücke, statt zu sie zu verkaufen, langfristig verpachtet werden können. Das würde auch den Neubau von Sozialwohnungen wirtschaftlich erleichtern.

Durch eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung wissen wir, dass es auf der einen Seite viele Leerstände in Hagen gibt, dass aber auf der anderen Seite bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwächere und alleinstehende Menschen in Hagen Mangelware ist. Es wurde untersucht, welche Haushalte in Hagen mehr als 30% des Haushaltseinkommens für die Wohnung ausgeben. Und es sind vor allem die Einkommensschwächeren betroffen. Wir wollen, dass alle Menschen in Hagen menschenwürdig und bezahlbar Leben und Wohnen können. Deshalb werden wir auch für diese Menschen Lösungen entwickeln. Daher müssen auch in Hagen wieder geförderte Wohnungen (Sozialer Wohnungsbau) gebaut werden, um auch ihnen gerecht zu werden.

Die anstehenden Aufgaben zur Attraktivierung des Wohnungsmarktes in Hagen sind nur mit einer koordinierten Strategie zu erreichen. Daher wollen wir gemeinsam mit möglichst vielen örtlichen Wohnungsmarktakteuren die Wohnungsmarktstrategie erörtern und vertiefen.

Für den Neubau von Wohnungen wollen wir vorrangig geeignete Baulücken nutzen, auch um die weitere Zersiedelung der Landschaft einzudämmen. Bei neuen Bebauungsplänen für Wohnungsbau wollen wir eine sinnvolle Mischung von Geschossbau, Einzel- und Mehrfamilienhäusern vorsehen. Hierbei sollen die Bauten so angeordnet werden, dass eine passive und aktive Solarnutzung optimal möglich ist.

In diesem Zusammenhang muss u.a. aber auch planungsrechtlich festgelegt werden, an welchen Stellen die Stadt Hagen keine neue Wohnbebauung mehr zulassen möchte. Anstelle unattraktiver Wohnstandorte könnten dort kleinteilige Gewerbegebiete entstehen. Dies ist ohnehin an großen Ausfallstraßen, Bahntrassen oder in Mischgebieten häufig der Fall. So könnten quasi im Tauschverfahren die dringend benötigten Gewerbeflächen entstehen.

Die Wohnungsmarktstrategie muss darüber hinaus berücksichtigen, dass in den Stadtteilen, in denen der Anteil an ausländischen Einwohner*innen bereits hoch war, die Konzentration dieser Bevölkerungsgruppen in den letzten Jahren weiter zugenommen hat. Während in Stadtteilen mit geringem Ausländeranteil dieser parallel sogar abnahm. Eine verantwortungsbewusste Stadtplanung muss solche Entwicklungen verhindern, da sonst jegliche Integrationsbemühungen zum Scheitern verurteilt sind.

Mit der FernUniversität und der Fachhochschule Südwestfalen hat die Stadt Hagen zwei herausragende Bildungseinrichtungen. Beide Einrichtungen stehen im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter*innen mit anderen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Obwohl die Arbeitsbedingungen unserer Hochschulen im direkten Vergleich mit anderen hervorragend sind, tun sie sich bei der Werbung neuer Mitarbeiter*innen schwer, da der Wohnstandort Hagen für diese Zielgruppe wenig reizvoll ist. Daher pendeln viele Mitarbeiter*innen aktuell jeden Tag. Wichtig ist es daher für diese Zielgruppe in der Nähe der Universitätsstandorte besondere Wohnangebote zu schaffen und damit neue Bewohner*innen für Hagen zu gewinnen.

Neben Neubauflächen für Einfamilienhäuser ist auch der zielgruppenorientierte Neubau von Mietwohnungen sinnvoll, da junge Wissenschaftler*innen häufig nur über befristete Arbeitsverträge verfügen. Gerade diese Wohnungen sollten technisch auf dem neusten Stand sein und z.B. selbstverständlich über schnelles Internet verfügen.

Ein großes Potential sehen wir in der bedarfsgerechten Verteilung des vorhandenen Wohnraumes. Die Wohnungstauschbörse ist wieder zu aktivieren und die Umzugs-Unterstützungsprogramme sind wieder zu stärken, mit organisatorischer und ggf. finanzieller Unterstützung der Stadt. Es ist immer wieder zu beobachten, dass viele ältere Personen durch den Verlust ihrer Lebensgefährt*innen bzw. Lebenspartner*innen aus ihren Wohnungen ausziehen müssen, weil die Wohnung z.B. zu groß oder die Miete nicht mehr zu bezahlen ist. Wenn das Angebot stimmt, könnten diese Menschen bei Bedarf mit Hilfe der Wohnungstauschbörse von einer großen in eine kleinere Wohnung umziehen. Ein zusätzlicher Nebeneffekt ergibt sich daraus, dass größere Wohnungen wieder frei für Familien würden.

Städtische Grundstücke und von städtischen Unternehmen entwickeltes Bauland sollten grundsätzlich nur noch verpachtet werden (z.B. Erbpacht). Das senkt die Baukosten und erhält langfristig städtische Handlungsoptionen. Die einmaligen Verkaufserlöse versickern erfahrungsgemäß im städtischen Haushalt und können die strukturellen Haushaltsprobleme nicht lösen. Daneben sollte die Stadt im Rahmen von Boden-Vorratspolitik z.B. Industriebrachen erwerben und städtebaulich entwickeln. Das kann nicht immer aus eigener Kraft gestemmt werden. Dazu können aber verschiedene Fördertöpfe genutzt werden.

 

Freizeit, Sport und Kultur sind unser Aushängeschild

Nach wie vor ist Hagen mit einem Anteil von 42 Prozent die waldreichste Großstadt in Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus bieten Ruhr, Lenne, Ennepe und Volme sowie Harkort- und  Hengsteysee hervorragende Potentiale zur Naherholungs- und Freizeitgestaltung. Leider sind weite Strecken unserer Flüsse von gewerblicher Nutzung im Umfeld geprägt oder verlaufen parallel zu unseren Verkehrsinfrastrukturen, sodass sie in der Regel kaum wahrnehmbar oder zugänglich sind. So ist ein kleiner Uferbereich der Volme beispielsweise erst durch den Abriss und den anschließenden Neubau des Sparkassengebäudes sowie im Rahmen der Gestaltung der Neuen Mitte hinter dem Rathaus erlebbar gemacht worden.

Im Hagener Norden ist die Freizeitentwicklung am Harkort- bzw. Hengsteysee dringend weiter voranzutreiben. Auf unsere Initiative und Vorschläge hin wird das Strandhaus am Familienbad Hengstey konzeptionell und baulich überholt; es soll künftig ganzjährig als Gastronomie mit Übernachtungsmöglichkeiten betrieben werden und wird dementsprechend modernisiert. Darüber hinaus wird am Seeufer ein attraktiver Beach-Club entstehen. HagenBad wird dafür rund 4 Mio. Euro investieren.

Damit wird immerhin ein erster Impuls für die weitere Entwicklung entlang des Hengsteysees gesetzt. Die Freizeitfläche mit Beach-Volleyball-Feld, Kinderspielbereich und Sandstrand-Areal kann aber nur der Auftakt für weitere attraktive Anlaufpunkte sein. In der Zukunft muss mindestens noch der Uferweg ausgebaut und eine barrierefreie Steganlage mit Aussichtsplattform angelegt werden, die über die Beachlounge und das Freibad hinweg zum Strandhaus führt.

Bei allen Planungen am Ufer des Hengsteysees dürfen wir den Harkortsee nicht aus den Augen verlieren. Denn auch hier sollte ursprünglich das Seeufer für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen erschlossen werden, indem vorhandene Campingeinrichtungen entsprechend verlagert werden. Das Wasserschloss Werdringen und der Freiherr-vom-Stein-Turm sind durch entsprechende Maßnahmen (Renovierung, Restauration und Beschilderung) miteinzubeziehen. Nicht zuletzt sollte der S-Bahnhof Vorhalle dringend saniert und als Anfahrtspunkt für den Freizeitbereich am Hengstey- und Harkortsee genutzt und beworben werden.

Dass es aus Gründen der Mobilitätswende notwendig ist, ein Konzept für den innerstädtischen Radverkehr zu erstellen und dann auch konsequent umzusetzen, haben wir hinlänglich dargestellt. Es muss aber auch im Freizeit- und Tourismusbereich endlich gelingen, sowohl den Ruhrtalradweg als auch das Lennetal mit Radverbindungen an die Innenstadt anzubinden. Trotz oder gerade wegen unserer schönen Flusstäler rollen Freizeitradler*innen und Radtourist*innen seit Jahren an Hagen vorbei. Eine Möglichkeit zur Anbindung bietet sich im Rahmen der Gestaltung des Freizeitareals am Harkort- und Hengsteysee.

In Hagen existieren weit über 200 Sportvereine, die ein breites Spektrum an Sportarten und Freizeitaktivitäten anbieten. Damit das auch so bleibt, werden wir die eingeführte Sportstättennutzungsgebühr wieder abschaffen. Darüber hinaus setzen wir uns für die Erhaltung und attraktive Ausstattung aller bestehenden Frei- und Hallenbäder ein.

Neben den Naherholungsgebieten und den Sportvereinen und Sportstätten bietet Hagen eine ganze Reihe von qualifizierten Angeboten im Bereich Kunst und Kultur. Wir stehen zur Struktur des Hagener Theaters und werden uns dafür einsetzen, diese zu erhalten und zu stärken.

Für das Museumsquartier um das Emil-Schumacher-Museum und das Karl-Ernst-Osthaus-Museum sowie den Hohenhof und Stadthistorische Museum fordern wir ein gemeinsames Museumskonzept. Die beiden Kunstmuseen sollen künftig unter einer gemeinsamen Leitung stehen.

Insbesondere liegen uns die freien Kulturstätten wie die Pelmke, der Werkhof, das AllerWeltHaus, das Kultopia und der Hasper Hammer am Herzen. Diese Einrichtungen müssen erhalten bleiben und gestärkt werden – auch finanziell. Ebenso sind die Max-Reger-Musikschule, die Volkshochschule sowie die Stadtbücherei mit all ihren Außenstellen als wichtige Bildungs- und Kultureinrichtungen langfristig zu sichern.

Darüber hinaus haben sich die verschiedensten Veranstaltungen in Hagen einen Namen auch über unsere Stadtgrenzen hinaus gemacht. Wir werden uns deshalb dafür einsetzen, dass es Veranstaltungen wie das Springe-Fest oder „Hagen blüht auf“ sowie das Mittelalterfest am Schloss Werdringen, die Hasper Kirmes oder den Muschelsalat auch zukünftig geben wird.