Familie & Bildung

Bildung ist der Schlüssel zu Chancen, Perspektiven und Zukunft

Kinder sind unsere Zukunft! Deshalb müssen wir ihnen beste Startchancen geben. Ob Familien mit Kindern gerne in unsere Stadt leben, hängt auch von den Betreuungs- und Bildungsangeboten ab. Leider müssen wir feststellen, dass nach wie vor Plätze in der Kinderbetreuung – sowohl im U3- wie auch im Ü3-Bereich – fehlen. Die Versorgungslücke wird stetig größer, weil die Stadt nicht adäquat und schnell genug auf die Entwicklungen (steigende Geburtenrate und Zuwanderung) reagiert hat. Von einer wohnortnahen Versorgung, die auch auf die individuellen Wünsche der Eltern flexibel eingeht, kann ohnehin nicht gesprochen werden. Das wollen wir ändern. Die SPD Hagen steht für eine verlässliche Kinderbetreuung für alle Altersstufen – wohnortnah und zu Öffnungszeiten, die einem modernen Arbeitsleben der Eltern angepasst sind.

Bildung muss unabhängig vom Geldbeutel der Eltern sein

Die SPD mit unserer Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die Elternbeiträge jetzt auch für das vorletzte Kindergartenjahr ab dem 01. August 2020 abgeschafft. Doch dieses positive Signal reicht uns nicht: Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen und muss aus unserer Sicht daher komplett beitragsfrei sein. Wir wollen, dass Bund und Land die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen dafür schaffen, den Besuch der Kita komplett beitragsfrei machen zu können. Mit uns werden bis dahin die im Vergleich mit anderen Städten extrem hohen Elternbeiträge in Hagen wieder sinken. Wir werden jeden finanziellen Spielraum nutzen, um die Beiträge wieder zu senken. Die momentan nur ausgesetzte Dynamisierung der Elternbeiträge werden wir auf Dauer abschaffen. Darüber hinaus garantieren wir, die derzeitige Geschwisterkind-Regelung beizubehalten.

Die Frage der Elternbeiträge ist aber nur ein kleiner Stein im Mosaik der Kindertagesbetreuung. Wir brauchen einheitliche Standards für die Betreuung der Kinder, einen deutlich kinderfreundlicheren Personalschlüssel für die Erzieher*innen sowie eine generell auskömmlichere Finanzierung – entgeltfreies Mittagessen inklusive. Jedes Kind in Hagen sollte ein entgeltfreies Frühstück und eine entgeltfreie und gesunde Mahlzeit pro Tag bekommen. Wir fordern daher die Landesregierung dazu auf, die entgeltfreie Verpflegung in Kitas und Schulen zu organisieren und als Verpflichtung im Schulgesetz bzw. im Kinderbildungsgesetz festzuschreiben. Dafür werden wir kämpfen.

Die Kinderbetreuungsangebote müssen kontinuierlich im Interesse aller Eltern weiter ausgebaut werden. Wir wollen pro Stadtteil mindestens eine Kita mit erweiterten Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr vorhalten. Darüber hinaus unterstützen wir die Bemühungen, ein in Essen erfolgreiches Modellprojekt (Sonne, Mond und Sterne) auch für Hagen aufzulegen, welches die Lücken in der regulären Kinderbetreuung schließt und Betreuungsmöglichkeiten zu den Randzeiten im Haushalt der Eltern ermöglicht.

Eine gute Schule für alle

Gute Bildung für alle ist der Schlüssel für eine sichere berufliche Zukunft. Die Hagener Lehrer*innen leisten in den Schulen eine hervorragende Arbeit und verdienen unsere volle Unterstützung. Doch der Anstieg der Schüler*innenzahlen in unserer Stadt hat gezeigt, dass die Unterbringungs- und Beschulungsmöglichkeiten schnell am Limit angekommen sind. Die Prognosen für die kommenden Jahre weisen weiterhin steigende Geburtsraten in unserer Stadt und somit auch steigende Schüler*innenzahlen aus. Bereits jetzt wird deutlich, dass die Stadt Schulgebäude nicht leichtfertig aus der Hand geben darf. Unsere Aufgabe muss es sein, ausreichend Plätze für alle Schüler*innen möglichst wohnortnah zur Verfügung zu stellen. Wir werden genauestens prüfen, an welchen Stellen Schulen um Klassen erweitert werden können und wo neue Standorte geschaffen werden müssen. Maßgeblich dabei ist für uns der Elternwille.

Immer mehr Eltern wünschen sich eine Ganztagsbetreuung für ihre Kinder. Wir werden den bedarfsgerechten Ausbau der Offenen Ganztagsbetreuung sowie mehr gebundene Ganztagsplätze an Schulen fördern und uns auf den Rechtsanspruch für einen OGS-Platz ab 2025 vorbereiten. Darüber hinaus setzen wir uns für ein Bildungssystem ein, das die Kinder nach ihren Begabungen und Schwächen fördert und nicht nach der Geldbörse der Eltern. Internationale Schulleistungsstudien zeigen, dass längeres gemeinsames Lernen die Kinder leistungsstärker macht und das Sozialverhalten fördert. In den Grundschulen lernen die Kinder schon seit Jahren erfolgreich in heterogenen Lerngruppen. Das belegen die Ergebnisse mehrere Studien; bei den PISA-Studien kamen die skandinavischen Länder mit ihren integrierten Schulsystemen stets auf die vorderen Plätze.

In diesem Bewusstsein entscheiden sich immer mehr Eltern für eine Gesamtschule, weil sie wissen, dass das längere gemeinsame Lernen besser ist für ihre Kinder. Doch Jahr für Jahr werden teilweise über 100 Schüler*innen von den bestehenden Gesamtschulen abgewiesen, weil in unserer Stadt nicht genügend Gesamtschulplätze vorhanden sind. Deshalb werden wir eine vierte Gesamtschule in zentraler Innenstadtlage installieren.  Auch die Gründung einer fünften Gesamtschule in Hohenlimburg wollen wir ermöglichen.

Hagen ist die Stadt der Fernuniversität und steht damit für ein lebenslanges Lernen und für Weiterbildung. Diese Ansätze wollen wir weiter fördern.

 

Wir machen Hagen zur familienfreundlichen Stadt

Mit uns bekommt Hagen eine direkte Anlaufstelle für Familien. Hier erhalten Familien persönliche Beratung und Hilfestellungen bei der Bewältigung von Behördengängen und den teilweise komplizierten Antragsverfahren. Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Kita- und Schulplätzen soll dort ebenso angeboten werden wie Informationen und Vermittlungshilfen zu anderen Familieneinrichtungen. Und besonders wichtig: Wir wollen eine unabhängige Beratung für die Bildungslaufbahn der Kinder bieten.

In Hagen lebt inzwischen jedes vierte Kind in einer so genannten Ein-Eltern-Familie (ca. 43.000 Haushalte). 90 Prozent aller Alleinerziehenden sind weiblich und die Schwierigkeiten und Herausforderungen des täglichen Lebens sind vielfältig. Alleinerziehende mit ihren Kindern müssen auf unsere Solidarität zählen können. Hilfen im Alltag müssen Mütter und Väter ohne große bürokratische Hürden einfordern können. Zahlreiche Vernetzungs- und Informationsangebote bleiben aber ungenutzt, weil sie bei der Zielgruppe nicht ankommen. Es fehlt eine qualifizierte Anlaufstelle nach Vorbild der Beratungsstelle für Alleinerziehende der AWO Ennepe-Ruhr in Witten.

Insgesamt werden wir die Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Familien besser fördern. Eltern sollen die Freizeit ihrer Kinder attraktiv gestalten und gleichzeitig ihren Geldbeutel schonen können. Wir haben als SPD schon erreicht, dass die Mittel für Spielplätze verzehnfacht wurden und in den kommenden Haushaltsjahren eine weitere Verdopplung stattfinden wird. Wir werden deshalb mehr Geld für die Instandsetzung der Spielplätze in Hagen in die Hand nehmen sowie die offenen Kinder- und Jugendangebote ausbauen. Freies WLAN für unsere städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen ist da lediglich ein Baustein von vielen.

Wir wollen die bestehende Bäderlandschaft in Hagen erhalten – das gilt für das Westfalenbad, für die Freibäder Hengstey und Hestert, das Richard-Römer-Lennebad sowie auch das Freibad Henkhausen. Dabei werden wir die Eintrittspreise jedoch auf ihre Familienfreundlichkeit hin überprüfen. Fast 35 Euro für eine Tageskarte sind für eine Familie mit drei Kindern zu viel Geld.

Familien bestehen aber nicht nur aus Eltern mit ihren Kindern – auch Oma und Opa gehören dazu. Rund 40.000 Bürger*innen in Hagen sind 60 Jahre und älter. Diese dürfen wir nicht vergessen, wenn wir von Familienfreundlichkeit reden. Die Generation 60plus trägt sehr viel zum guten Zusammenleben von Jung und Alt bei und hat viel zu bieten: Von ihrem Wissen, ihrer Lebenserfahrung und ihren Fähigkeiten können wir alle profitieren. Das wollen wir weiter fördern.

Wir möchten daher mehr offene Treffpunkte wie beispielsweise Mehrgenerationenhäuser schaffen, in denen sich Angehörige verschiedener Generationen begegnen, austauschen und sich gegenseitig unterstützen können. Diese familienorientierten, vor allem auf Selbsthilfe und Ehrenamt beruhenden Angebote von Aktivitäten und Dienstleistungen, könnten in Kooperation mit unseren Kindertagesstätten und Familienzentren, den Begegnungsstätten (z.B. der AWO) und anderen Treffpunkten entstehen. Diese Räumlichkeiten könnten zudem als Beratungsstelle für Senior*innen sowie für Menschen mit Behinderung dienen.

Da die ältere Generation einen großen und wachsenden Anteil der Bevölkerung ausmacht, wollen wir ihre Interessen auch systematisch und regelhaft in die politischen Willensbildungsprozesse mit einbeziehen. Wir sehen den Seniorenbeirat daher als eigenständige und konfessionell, verbandspolitisch sowie parteipolitisch unabhängig arbeitende Interessensvertretung. Daher werden wir uns dafür einsetzen, dass Seniorenbeiräte in der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen festgeschrieben werden.

Inklusion in allen Lebensbereichen

Wir wollen die Interessen der Menschen mit Beeinträchtigungen noch stärker in die politische Arbeit einbeziehen. Der Beirat der Menschen mit Behinderung, das Inklusionsbüro sowie die Verbände der Behindertenarbeit sind dafür maßgebliche Akteure. Wir wollen ein Wegesystem für barrierefreie Mobilität entwickeln. In einem solchen System werden auch barrierefreie Geschäfte, Restaurants und Einrichtungen mit einbezogen.

Behinderte Bürger*innen möchten in allen Lebensbereichen – von der eigenen Wohnung über öffentliche Verkehrsmittel bis hin zum Sportplatz oder Theater – selbstverständlich und gleichberechtigt teilhaben. Sie wollen frei darüber entscheiden, wo und wie sie wohnen. Es ist daher notwendig, mehr inklusive Wohnprojekte mit gemeinschaftlichen Wohnformen von Menschen mit und ohne Handicap zu planen. Das bedeutet mehr Wohnungen, Geschäfte und Einrichtungen, die für alle Bürger*innen nutzbar sind. Für dieses Ziel gilt es bei baulichen Ausschreibungen und Umbauten konsequent auf Barrierefreiheit zu achten.

Neben einem ausreichenden Angebot an Pflegeplätzen und qualifiziertem Pflegepersonal brauchen wir ein flächendeckendes Netz von finanziell geförderten Nachbarschaftshilfen und Assistenzbörsen. Diese können vielen behinderten Menschen und Senior*innen mit Unterstützungsbedarf ein sozial eingebundenes, weitgehend selbstbestimmtes und teilhabendes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Das reduziert den Bedarf an stationären Plätzen und entlastet öffentliche Haushalte.

Etwa 80% der Behinderungen werden im Alter von über 60 Jahren erworben. Mit einem steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung nimmt daher auch der Anteil der Menschen mit Behinderung zu. Für deren Selbstständigkeit und Teilhabe ist die konsequente Umsetzung von Barrierefreiheit auf kommunaler Ebene entscheidend. Denn unser aller Alltag, egal ob jung oder alt, ob behindert oder nicht behindert, spielt sich in den Städten und Gemeinden ab. Das macht kommunale Investitionen in barrierefreie Strukturen zur zukunftsorientierten Daseinsvorsorge nötig.

Für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen ist die Barrierefreiheit im öffentlichen und privaten Raum eine zentrale Voraussetzung. Dazu gehören auch mehr barrierefreie Toiletten im öffentlichen Raum sowie eine ausreichende Anzahl von Behindertenparklätzen. Wir setzen uns zudem für den Ausbau integrativer Tageseinrichtungen für Kinder und von Arbeits- und Ausbildungsplätzen ein, wobei die Stadtverwaltung und andere öffentliche Arbeitgeber hier eine Vorbild- und Vorreiterfunktion übernehmen sollen.

Entsprechende finanzielle und personelle Aufstockung ist darüber hinaus im gesamten sozialen Bereich zwingend erforderlich. Jeder weitere, für präventive Hilfe ausgegebene Euro trägt dazu bei, zukünftige Missstände verbunden mit weiteren Kosten zu verhindern. Das „soziale Miteinander“ wird gestärkt.