OB Jörg Dehm (CDU) kehrt Hagen den Rücken. Umzug nach Mülheim. „Der Kapitän verlässt in schwerer See das Schiff“.

OB Jörg Dehm (CDU) kehrt Hagen den Rücken, indem er zurück in seine Heimatstadt Mülheim gezogen ist (Foto: Michael Kleinrensing, Westfalenpost Hagen).
„Bei OB Dehm entsteht der fatale Eindruck: der Kapitän verlässt in schwerer See das Schiff. Hagen braucht schnellstmöglich einen neuen Oberbürgermeister!“ so Hagens SPD-Parteivorsitzender Timo Schisanowski.

Jetzt ist es amtlich! Oberbürgermeister Jörg Dehm (CDU) hat seine Zweitwohnung in Hagen aufgegeben und wohnt wieder ausschließlich in seiner Heimatstadt Mülheim. Im Wahlkampf 2009 hatte Jörg Dehm noch versprochen, dass er im Fall seiner OB-Wahl mit seiner Familie nach Hagen ziehen werde. Das ist nie geschehen. Wenn Herr Dehm jetzt dennoch davon spricht, er habe sein „Wahlkampfversprechen dreieinhalb Jahre lang gehalten“, dann ist das „nicht nur selbstgefällig, sondern auch im höchsten Maße unseriös. Ein Wortbruch ohne Wenn und Aber“ so der heimische SPD-Parteivorsitzende Timo Schisanowski in einer ersten Reaktion auf Dehms Wegzug aus Hagen.

Privates gilt es zu respektieren. Die politische Dimension dieser Angelegenheit reicht jedoch weit über den Wortbruch hinaus.

„Mit diesem Schritt fügt Herr Dehm dem Amt des Oberbürgermeisters weiteren Schaden hinzu. Doch das Rathaus kann kein weiteres Kapitel an ‚Pleiten, Pech und Pannen‘ mehr gebrauchen. Ganz im Gegenteil: Die Stadt Hagen braucht einen Oberbürgermeister, der sich die sprichwörtlichen 24 Stunden am Tag für seine Stadt und Bürger einsetzt. Denn wir stehen gerade angesichts der nach wie vor dramatischen Finanzsituation in Hagen vor gewaltigen Herausforderungen, die es dringend zu lösen gilt. Bei OB Dehm entsteht stattdessen der fatale Eindruck: der Kapitän verlässt in schwerer See das Schiff“ führt Schisanowski die SPD-Kritik weiter aus.

Auch wenn OB Dehm – im Gegensatz zu den Ratsmitgliedern – gesetzlich nicht verpflichtet ist, in Hagen zu wohnen, so spricht sein Verhalten doch eine klare Sprache: Jörg Dehm kehrt Hagen den Rücken.
Damit macht er endgültig deutlich, dass er die Stadt Hagen lediglich als lästige Durchgangsstation in seiner weiteren Karriereplanung abtut. Inzwischen auch öffentlich thematisierte Gerüchte um einen lukrativen möglichen Jobwechsel Dehms verfestigen diesen Eindruck nur noch weiter. Für Dehm scheint zu gelten: Das vorrangige Ziel ist der schnelle persönliche Erfolg. Eine mittel-, geschweige denn langfristige Strategie zum Wohle der Stadt Hagen rücken dabei in den Hintergrund. Ebenso fehlt ihm die für das Amt des Ersten Bürgers notwendige Identifikation, die Verbundenheit mit der Stadt. Denn es kann doch nicht richtig sein, dass Hagens Erster Bürger von den alltäglichen Auswirkungen seiner eigenen (Spar-) Politik – im Gegenteil zu den Bürgern – nicht betroffen ist.

Alles in allem ist dies ein untragbarer Zustand. Von daher fordert die Hagener SPD, dass Jörg Dehm den Weg frei macht für eine frühzeitige Oberbürgermeisterwahl. Wenn schon nicht sofort, dann am 25. Mai 2014 gemeinsam mit der Kommunalwahl. Die CDU Hagen und OB Dehm tun gut daran, sich dann gemeinsam dem Wählervotum zu stellen. Denn eine Hängepartie bis zum OB-Wahltermin im Herbst 2015 ist „nicht vertretbar, insbesondere angesichts der höchst schwierigen und dringend zu lösenden Aufgaben in unserer Stadt. Schon gar nicht mit einem Teilzeit-Oberbürgermeister an der Rathausspitze. Für die SPD steht deshalb fest: Hagen braucht schnellstmöglich einen neuen Oberbürgermeister!“ so Schisanowski abschließend.