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  • Hagen, 23. August 2017

Erfolgreicher Parteitag der SPD Hagen - Erststimme: René Röspel. Zweitstimme: SPD.


v.l.n.r.: Timo Schisanowski (Parteivorsitzender SPD Hagen), Birgit Sippel (MdEP), René Röspel (MdB), Mike Groschek (Parteivorsitzender NRWSPD), Hubertus Kramer (MdL), Claus Rudel (Vorsitzender SPD-Fraktion im Hagener Stadtrat), Wolfgang Jörg (MdL).
SPD-Landeschef Michael Groschek stimmte am Dienstagabend die Hagener SPD auf den bevorstehenden Bundestagswahl-Endspurt ein.

Mit einer Mischung aus ehrlicher, selbstkritischer Aufarbeitung und entschlossenem Mut, sich für die Bundestagswahl in gut vier Wochen noch nicht aufzugeben, hat die Hagener SPD am Dienstagabend den Schulterschluss inszeniert. Mit dem Appell „Nichts ist unmöglich!“ versuchte der neue NRW-Landesvorsitzende Michael Groschek beim Unterbezirksparteitag in der Hagener Stadthalle den örtlichen Genossen einzuimpfen, trotz des aktuell erheblichen Abstandes in den Umfragen zur CDU mit erhobenem Haupt, aber auch mit Erdung und vor allem an der Seite der Bürger für ein respektables Ergebnis im Berliner Parlament zu kämpfen.

„Nach der Bundestagswahl ist aber auch der Zeitpunkt für eine Inventur der Partei vom Keller bis zum Dachboden gekommen“, kündigte der Landeschef unter dem Applaus der Genossen an. Die Impulse dafür müssten von der Basis aus kommen „und zwar ohne Rücksichtnahme auf die Platzhirsche“. Eine Partei dürfe nicht schweigende Mehrheit sein, wenn man in der Regierungsverantwortung stehe. Offene Diskussionen gehörten dazu, wenn man sich die Politikfähigkeit erhalten wolle.

Gleichzeitig schrieb er der Hagener Partei ins Stammbuch, endgültig die anhaltenden internen Grabenkämpfe zu beenden: „Weniger Streit untereinander, sondern mit dem politischen Gegner – das erwarten die Menschen von uns“, mahnte Groschek in seiner leidenschaftlichen, 45-minütigen Rede. Themen offen anzusprechen, sei eine Frage der Glaubwürdigkeit, mahnte der NRW-Spitzengenosse anhand des Beispiels Wehringhausen, soziokulturelle und gesellschaftliche Probleme nicht länger schönzureden, sondern mit den Menschen auf Augenhöhe offen anzusprechen.

Der Unterbezirksvorsitzende Timo Schisanowski zeigte sich derweil – trotz der erheblichen Verluste bei der jüngsten Landtagswahl – überzeugt, „dass die sozialdemokratischen Strukturen in Hagen intakt sind“. Immerhin habe die SPD es geschafft, mit Hubertus Kramer und Wolfgang Jörg beide SPD-Direktkandidaten durchzubringen. „Damit haben wir das Comeback des CDU-Rentners aus dem Bochumer Exil verhindert“, bilanzierte er mit Blick auf Helmut Diegel. Jetzt liege der Fokus auf dem Bundestagswahlkampf und der Rückendeckung für René Röspel.

Mit einem einstimmig angenommenen Leitantrag, der die Themen Arbeit, Städtebau sowie Sauberkeit und Ordnung in den Mittelpunkt rückt, bereitet sich die SPD parallel aber auch schon auf die Kommunalwahl 2020 vor. „Wir werden die beiden CDU-Chefideologen Alexander Böhm (Fraktionsgeschäftsführer) und Christoph Gerbersmann (Kämmerer) inhaltlich stellen“, kündigte Ratsherr Dietmar Thieser an.

Text: WP/WR (Martin Weiske), Lokalausgabe Hagen vom 23.08.2017